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Ein paar Pflaster schaden nie

am Do Feb 22, 2018 6:25 pm
Er keuchte. Um genau zu sein war sein Keuchen das einzige, was in seiner Wahrnehmung noch eine brauchbare Konstante darstellte. Sein Blickfeld war verschwommen, seine Gliedmaßen wurden nach und nach taub bis hin zu dem Punkt, wo er selber nicht mehr wusste ob er sich überhaupt noch bewegte. Das Gefühl von warmen Blut, welches seinen Oberkörper und Rücken herunter floss und langsam in seine Kleidung siegte, ehe es trocknete, war zu diesem Zeitpunkt schon so selbstverständlich geworden, dass er es gar nicht mehr als unangenehm empfand. War das sein Ende? Er hatte sich nie wirklich Gedanken über seinen eigenen Tod gemacht, aber gerade sah es so aus, als würde er schon mit Paarundzwanzig ins Gras beißen. Eigentlich mehr als erbärmlich, so hatte er sich doch selber noch vor einigen Stunden seine Ambitionen formulieren können. Und auch wenn er eigentlich nur zurück nach Dress Rosa wollte, fühlte sich der Gedanke an sein Zuhause schon so fern und warm an, dass er eigentlich in Tränen ausbrechen würde, wäre er körperlich dazu imstande. Er hatte nicht die Absicht zu sterben, doch irgendwie glaubte er nicht mehr daran, dass seine kleine Misere hier noch ein Ende fand, an welchem er noch atmen würde. Sein Pech aber auch, dass er wenige Jahre nach seinem Training schon einem Gegner begegnet war, der es mit ihm aufnehmen konnte. Hatte er sich vielleicht zu sehr auf seine Fähigkeiten verlassen? Gut möglich. Aber "zu Tode gepiekst"... das hörte sich nach einem Todesumstand an, auf den er gut und gerne verzichten konnte.

Die Zeit in seinem Zustand der Agonie fühlte sich unendlich an, aber wenn man der Tönung seiner peripheren Sich glauben mochte, dann war die Sonne kurz davor unterzugehen. Eigentlich ein Grund zu Melancholie, aber für Laurence bedeutete das eigentlich nur, dass er noch nicht weit gekommen war, seit er an seinen Gegner geraten war. Vielleicht war gerade mal eine Stunde vergangen. Im besten Fall würde er noch eine halbe Stunde durchstehen, bevor der Mangel an Blut in seinem Körper ihn in die tödliche Ohnmacht bringen würde, vielleicht auch eine gute Dreiviertelstunde. Wenn man nun beachtete, dass der Weg in die nächste Siedlung gut zwei Stunden dauerte wenn man nicht humpelte, dann brachte einen die Mathematik schnell zu einem simplen Schluss. Und wenn er zumindest vernünftig hätte sehen können, dann wäre er mit seinen erbärmlichen Gedanken jetzt auch nicht so alleine. Eine kurze mentale Pause folgte, dann spürte der Speerkämpfer nur noch einen dumpfen Schlag auf seinen Knien, ehe sein Oberkörper vollends auf einem kalten Untergrund aufkam. Er versuchte seine Gliedmaßen zu bewegen, verspürte aber keinerlei Resonanz mehr in seinem Körper. Lediglich seine Augenlider wollten ihm noch gehorchen, und gerade als er sich bemühte eben jene zu öffnen, kehrte ob der simpleren Zirkulation auch ein kleiner Teil seiner Sehkraft zurück. Viel ausmachen konnte er nicht - Es war primär ein Stich Braun, vermutlich Erde, und entfernt ein wenig Grün, welches sich mit einer Brise zu bewegen schien. Er versuchte sich noch mit aller Kraft wieder aufzurichten, aber mehr als Dreck unter seine Finger bekam er nicht zu greifen, ehe sein Körper wieder auf dem kalten Boden aufkam. Würde er hier jetzt seine letzten Minuten verbringen? Zumindest war die Ansicht idyllisch, darüber konnte er sich nicht beschweren. Und nun halluzinierte er auch schon über das Braun der Erde, welches ihm näher kam. Dass es eigentlich leder war, bemerkte er erst als es direkt vor seinen Augen zum Stehen kam.


Re: Ein paar Pflaster schaden nie

am So März 04, 2018 8:57 pm
Amara konnte es nicht vermeiden an das seltsame Treffen mit dem Fremden in Water Seven zurück zu denken. Es war nicht selten, dass Amara seit ihrer Freiheit immer wieder ulkigen Typen und Wesen über den Weg kamen, doch dieser stechende Blick und seine verdrehten Worte, sowie das auffallende Interesse an Trafalgar Laws Beweggründen ließen die sorgsamen Gedanken der Piratin nicht außer Augen. So unangenehm sie es auch empfand aber die ehemalige Sklavin musste sich wohl mit dem Gedanken abfinden auf der Grand Line und in der bald kommenden neuen Welt noch viel mehr solche Leute über den Weg zu laufen. Missmutig schürzte die Navigatorin die Lippen, ehe sie bemerkte, dass ihre Füße schon längst keinen Asphalt mehr runter sich trugen.  Gedankenversunken hatte die Piratin die kleine Stadt in der sie umher bummelte verlassen. In ihrer linken Hand befand sich eine kleine durchsichtige Einkaufstasche in der ein wenig Tinte, zwei Federn und etwas Pergament gelagert waren.  Bepo und Amara teilten sich zwar den Posten des Navigators aber meist war Amara diejenige die Materialien nachkaufte. Was wohl weniger daran lag, dass Bepo es nicht selber tun wollte, sondern mehr daran, dass auch wenn sie auf der Grand Line waren, ein Eisbär im Overall der Einkaufen ging kein gängiger Anblick war. Und seit Law und seine Crew Marine Ford den Rücken gekehrt hatten, stieg ihre Bekanntheit zunehmend. Unglücklicher weise führte diese Gedanke Amara zurück zu dem eigensinnigen Kerl aus Water Seven, denn auch er hatte Amara auf das Geschehen von Marine Ford angesprochen. Seither war die junge Piratin recht aufmerksam auf die Leute um sie herum geworden. Amara konnte dank ihrer Teufelsfrucht spüren wie viele Menschen um sie herum versammelt waren. Momentan spürte sie nur ihr eigenes Blut zirkulieren, als jedoch noch einige Schritte hinter sich ließ spürte sie auch die Präsenz einer anderen Person. Von der Menge des Blutes konnte Amara ausmachen, dass es sich wohl eher um ein Kind handeln musste als einen ausgewachsenen Mann. Seltsamerweise schien das fremde Blut aber stark beansprucht zu werden, fast so als ob es aus dem Menschen herausfließen würde. Amara schritt weiter auf die ihr unbekannte Person zu und wollte sich ein genaueres Bild von der Situation machen. Nach einigen Metern sah Amara einen Jungen auf dem Boden in seiner eigenen Blutlache liegen. Schnell eilte die Piratin zu dem Fremden und kniete sich zu ihm hinunter. „He, kleiner hörst du mich?“  der Fremde lag mit dem Gesicht gen Erde auf dem Boden. Wieso geriet ausgerechnet sie immer in solche Situationen? Amara griff nach dem blutigen Hemd des Opfers und tastete nach einer Wunde die sie schnell ausmachen konnte. „Das sieht ja nicht gut aus.“ Murmelte die Piratin zu sich selbst. Skeptisch sah sich die Piratin um. Sie hatte jetzt wirklich keinerlei Lust auf einen Kampf, aber wie es schien war sonst niemand in der Nähe. Mit der Spitze der Feder die Amara zuvor gekauft hatte stach sie ein Loch in das Hemd des Fremden und versuchte einen besseren Blick auf die Wunde zu bekommen. Schnell legte Amara ihre Handfläche auf die Wunde des Jungen und lies das Blut gerinnen, zumindest konnte sie eine weitere Blutung verhindern. „Kannst du aufstehen Kleiner? Ich kenne einen Arzt hier in der Nähe der kann dir helfen. Wurdest du angegriffen?“ versuchte Amara auf das kleine Wesen vor ihr einzureden.
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Re: Ein paar Pflaster schaden nie

am Fr März 16, 2018 6:18 pm
Laurence zuckte vor Schmerz zusammen, als das Blut in seinem Körper für einen Moment wie gefroren zum Stillstand kam, ehe er seinen eigenen Herzschlag wieder klar und deutlich in jeder Faser seines Körpers spüren konnte. Es fühlte sich so an als hätte man einen Draht durch jede noch so kleine Ader seines Leibes geführt, den er nun bei jeder seiner Bewegungen zu spüren bekam, wenn das Gefühl auch nur für den Bruchteil einer Sekunde seinen Körper erfüllte. Herzschlag für Herzschlag konnte er spüren, wie das Blut wieder jeden erdenklichen Teil seines Körpers erreichte, und seine Wahrnehmung Schlag für Schlag wieder zurückkehrte, als hätten seine Wunden sich gerade wie aus einem Wunder heraus geschlossen. Seine Finger krallten sich mit jeder noch so verbliebenen Kraft in den kalten Boden, aber sie reichte nicht um ihn wieder aufzurichten, geschweige denn auch nur noch einen Schritt zu tun, ohne dabei wieder mit dem Gesicht im Dreck zu landen. Und so blieb er kraftlos dort liegen, hoffend, dass seine Symptome nicht der letzte Versuch seines Körpers gewesen sind, ihm mit letzter verbliebener Kraft das Überleben zu sichern.

Laurence brauchte einige Sekunden um zu realisieren, dass er nicht mehr alleine war. Seine Ohren vernahmen eine ferne Stimme, sein Körper spürte jedoch eine Handfläche, die auf seinen Körper gepresst war. Mit einem Funken der Hoffnung stieß er sich mit seinem rechten Arm vom Boden ab und drehte sich so mehr schlecht als recht auf den Rücken, ehe er mühsam seine Augen öffnete und das Profil einer jungen Frau wahrnehmen konnte, die mit ihm zu sprechen schien. Er jetzt spürte er die Kruste an Blut, die sich auf seinem Rücken gebildet hatte und verhinderte, dass sein Blut weiterhin seinen Körper verließ. Er hatte keine Ahnung was all das zu bedeuten hatte, aber er nahm jede noch so kleine Verbesserung seines Zustandes mit Freuden entgegen, sodass er gedankenlos den Mund öffnete und ein kaum hörbares "Danke..." flüsterte, unwissend ob die Frau überhaupt irgendetwas mit der ganzen Sache zu tun hatte. Er verblieb noch einige Sekunden in dieser Position, bis seine Wahrnehmung ihm wieder ermöglichte, sich auch nur halbwegs effektiv zu unterhalten. "Kannst du das... Bitte noch mal wiederholen?" er versuchte sich an einem Lächeln, scheiterte aber kläglich, als seine Gesichtsmuskulatur ihm den Dienst versagte. Aber zumindest hatte er es geschafft, ein paar Worte herauszubringen.

Re: Ein paar Pflaster schaden nie

am Di Mai 01, 2018 4:45 pm
Amara wusste nicht wieso sie immer wieder ein Talent dafür hatte in solche Situationen zu geraten. Es war als würde die ehemalige Sklavin solche Situationen magisch anziehen. Und natürlich fand die Piratin dann einen verletzen der dringend ärztlichen Unterstützung brauchte in dem Moment wo Law mal wieder auf der anderen Seite der Insel war. Was trieb er sich denn auch immer alleine rum? Obwohl, wahrscheinlich klebte der Eisbär der Crew seinem Kapitän mal wieder am Leib.
Als der verwundete Junge am Boden es schaffte mit einem schmerzlichen Druck sich auf die andere Seite zu hieven widmete sich Amara wieder der Situation.
„Bedank dich falls du das hier überlebst.“ Murmelte die Piratin etwas scharf zurück. Etwas Aushelfen und Blutungen stoppen konnte sie ja aber eine medizinische Fachfrau war sie nun wirklich nicht. Und dem Jungen ging wahrhaft nicht gut. „Widerholen?“ etwas kritisch beäugte sie den Fremden. Mehr als die Blutung stoppen war nicht drin bei ihr. Optimistisch schloss die Piratin aber die Augen und versuchte weiter Wunden zu finden und auch zu verschließen. Nach einigen Minuten öffnete sie wieder die Augen. „Mehr als die Blutung stoppen kann ich leider auch nicht. Wenn du überleben willst, müssen wir es wohl irgendwie schaffen dich hier weg zu bekommen und zu Law zubringen.“ Amara überlegte kurz. Sie müsste ihn irgendwie auf päppeln, so dass sie ihn den Weg ins Dort hinab stützen könnte. Wie sie das allerdings anstellen sollte war ich noch ein deutliches Rätsel. „Weißt du wie lange du hier schon liegst?“ fragte Amara den Fremden beiläufig.
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Re: Ein paar Pflaster schaden nie

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